Stimmen zu KHS Kunst

Johannes Rau, in der Funktion des NRW-Ministerpräsidenten: Ich habe den Verdacht, Karl Heinz Schumacher hält uns mit seiner Kunst einen Spiegel vor. Einerseits sehe ich uns in unserer Umwelt widergespiegelt. Andererseits ist unser individuelles und gesellschaftliches Verhalten wie in einem Zerrspiegel vorgeführt. Entweder ironisch aufgebläht oder zynisch verschlankt.

Dr. Rolf Berger, Kunsthistoriker: Die Bildgegenstände und Figuren sind in scharf konturierter Form außergewöhnlich ausgeprägt. Aber in ironisierender Zusammenstellung oder in überraschenden Posen, Ausschnitten bzw. Perspektiven. Die Surrealität der Situation und der teilweise grelle Umgang mit der Wirklichkeit reizen die Augen beim Sehen und Erkennen. Schumacher wendet sich mit kritischer Fantasie häufig Alltagsthemen zu, jedoch oft genug mit mythologischem, antikhistorischem Hintergrund.
Nicht zuletzt lassen seine aufreizende Farbgebung und die eigenwillig linear abgesetzten Konturen die Vordergründigkeit des Gegenständlichen kippen.

Basierend auf dem Stil der Neuen Sachlichkeit findet KHS Zugang zum Fantastischen wie Magischen Realismus. Geschickt verwischt er die Grenzen zwischen Realem, Irrealem und Surrealem. Das Ergebnis ist eine eindrucksvolle Gestaltungsästhetik, die verwirrt, irritiert, falsche Fährten legt, aber stets fasziniert und den Betrachter anzieht.

Johannes Backes, WDR (AKS): Auf dem ersten Blick fällt eine subtile Vordergründigkeit in den Kunstwerken auf. Erst auf dem zweiten Blick bemerkt man, wie raffiniert hintergründig fast jedes Thema in Frage gestellt wird.

Südwestpresse: Die realistisch wider gegebenen Themen bilden stets ein spannendes Inszenarium. Außerdem vermitteln sie den Pulsschlag unserer Zeit.

Bonner Rundschau: Exakt wie Edward Hopper, glatt wie Roy Liechtenstein, spitzfindig wie Tucholsky und inszeniert wie von Hitchcock bannen die kongenuinen Darstellungen die Betrachter.

Prof. Arturo Heinze, Kunsthistoriker: Schumachers Überlegungen und Ansichten sind sowohl zur sozialen als auch emotionalen Identitätskonstruktion von Humanfigurationen in informellen Kommunikationskontexten und unterschiedlichen Lebensräumen am Beispiel ausgewählter Narrative dargestellt.

Marie Claire Thjibrecht, Kunstzaken (TV, Belgien): Die Weißfußindianer sind als äußerst integre, grundehrliche Menschen bekannt. Dagegen stehen die Schwarzfußindianer in den Ruf, die größten Lügenbolde zu sein. Bei Gelegenheit wird eine Rothaut gefragt: „ Sind Sie ein Weißfuß- oder ein Schwarzfußindianer?“ Ohne zu zögern antwortet der: „Ich bin ein Weißfußindianer!“ – Jedem kritischem Beobachter stellt sich jetzt die Frage: Ist diese Rothaut nun in der Tat ein ehrlicher Weißfußindianer? Oder ist er ein Schwarzfußindianer, der dreist die Tatsachen auf den Kopf stellt? –

Bei jedem Kunstwerk von KHS frage ich mich, sehe ich hier ein Abbild der Wirklichkeit? Oder will der Künstler mich wieder hinters Licht führen?